5. Mai 2008...22:05

Alles wird gut

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Auf Spiegel Online habe ich einen Artikel über eine Studie der Deutschen Bank gefunden: Wie Frauen im Jahr 2020 arbeiten

In der Studie wird folgendes Szenario für 2020 entworfen:

  • Beruf und Familie lassen sich besser miteinander vereinbaren.
  • Mehr Frauen, vor allem Mütter, sind berufstätig.
  • Männer und Frauen teilen bezahlte und unbezahlte Arbeit gleichmäßiger untereinander auf.
  • Die Telearbeit zuhause boomt. Die Unternehmen sparen dadurch Kosten, zum Beispiel bei der Büromiete.
  • Die Geburtenrate steigt.
  • Frauen studieren zunehmend naturwissenschaftliche und technische Fächer.
  • Die Reallöhne von Frauen nähern sich denen der Männer an.
  • Der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöht sich.

Das hört sich alles sehr rosig an. Es sieht also so aus, als ob in zwölf Jahren alle aktuellen Missstände behoben sein werden. Claire Schaffnit-Chatterjee, Autorin der Studie, behauptet, dass dafür keine Maßnahmen von Seiten der Politik nötig seien, sondern dass die Wirtschaft aufgrund der äußeren Umstände gar keine andere Möglichkeit haben werde als die Arbeitsbedingungen für Frauen zu verbessern. In der Studie werden dafür folgende Gründe angeführt:

  • Demografischer Wandel: Weil immer mehr Arbeitskräfte benötigt werden, können die Unternehmen gar nicht anders, als verstärkt auf Frauen zu setzen.
  • Virtuelle Vernetzung: Wissensbasierte Tätigkeiten werden immer häufiger in Projektarbeit erledigt. Dies führt zur Verbreitung flexibler Arbeitszeitmodelle.
  • Soft Skills: Soziale Kompetenzen wie Kooperation und Kreativität gewinnen an Bedeutung.
  • Mentalitätswandel: Über die Jahre hinweg wird es immer normaler, dass Männer ihre Kinder betreuen - und Frauen in Spitzenpositionen arbeiten.

Die Wirtschaft wird nach Meinung der Autorin aus Eigeninteresse handeln. Auf der anderen Seite ist die Politik dafür verantwortlich die Kinderbetreuungsmöglichkeiten auszubauen.

In dem Artikel sind anschließend noch sechs Musterbeispiele für das Leben von Frauen im Jahr 2020 zu finden, die in der Studie analysiert wurden.

Die Studie versprüht tatsächlich viel Optimismus. Allerdings bin ich persönlich mir nicht sicher, ob es der Wirtschaft und Politik wirklich gelingt innerhalb von zwölf Jahren die nötigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen. Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt! :-)

2 Kommentare

  • ramonabechler
    5. Mai 2008 um 22:17

    Tja, Zweifel sind da tatsächlich angebracht. Aber immerhin scheinen sich die Erkenntnisse, die ja nun so neu nicht sind, auch bei den meinungs- und machtbildenden Institutionen angekommen zu sein. Stellt sich nur noch die Frage nach deren Motivation - “Die Unternehmen sparen dadurch Kosten, zum Beispiel bei der Büromiete.” - Eigennutz würde ich sagen…

  • Da hast du recht! Es ist wohl wirklich viel Eigennutz dabei. Es hört sich für mich in der Studie stark an, als ob die Unternehmen aus einer Notsituation heraus handeln, es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als Frauen einzustellen. Aber ob damit wirklich ein Bewusstseinswandel einhergeht?

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